Der Tag zergeht auf der Gletscherzunge

Der Tag zergeht auf der Gletscherzunge

Abseits der Flip-Flop-Pfade wandert es sich angenehm entspannt in den kühleren Bergen während der Hundstage.

#miniaturgeschichten (Nr. 34)

Auf dem Höhenweg zum Gletscher über Karstflächen mit Karren (Rillen) und Schwinden (sog. Schlucklöcher und tiefe Fugen) eröffnen sich immer wieder atemberaubende Berg-Panoramen. Gern gesehene Motivation für das serpentinenhafte Durchqueren der unteren, mittleren und hoch Montanen Stufen – hatte da nicht jemand max. 1000 Höhenmeter prophezeit? Egal, der Weg windet sich also weiter durch die subalpine und alpine Stufe.
„Die Luft wird ja erst ab 2500m spürbar dünner“, so heißt es. Glatt gelogen. Oben angekommen sieht und spürt man es überall, … der Kalte Riese zieht sich mehr und mehr zurück. Er schwindet und man ist dankbar, ihm noch einmal begegnen zu dürfen.
Ein letzter Blick auf seinen zerklüfteten Eisrücken offenbart: Seine Nährgebiete werden kleiner, seine Zerrgebiete größer und an der Gletscherzunge fließt die Gletschermilch rinnsalartig in den Eissee. Ob er kalt ist? Ich frage mal kurz meine tauben Beine.
Totes Gebirge nennt man die nähere Gegend gern, doch überall setzen sich Polsterpflanzen durch wie Gamsheide, Leimkraut, Silberkraut und Co. Das einzige Tote ist meine Kondition – alles andere lebt.
Was für eine alpine Stippvisite! Einfach herrlich so ein #miniaturabenteuer.
Morgen ist erst einmal Pause. Und übermorgen … da war doch diese Alm …

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